Erdwärmeheizung

Im Eigenheim mit Erdwärme heizen

Eine Heizanlage, die Wärme aus dem Erdreich nutzt, ist zwar teuer in der Anschaffung, aber Öl und Gas reichen nicht ewig

Der Gedanke, im Winter aus dem Erdboden Wärme für die Heizung zu gewinnen, ist schwer nachzuvollziehen. Aber mehr als 60 000 Einfamilienhäuser in Deutschland nutzen diese Wärmequelle bereits.

Die Wandlung der geringen Erdw”rme in wohlige Raumwärme geschieht stufenweise, wobei drei Flüssigkeitskreisläufe ineinander greifen. In der Fachsprache heißt so eine Anlage Wärmepumpe.

Auch geringe Erdw”rme sorgt für wohlige Zimmerwärme

Kreislauf 1 besteht aus Kunststoffrohrschlangen, die – mit einem Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel gefüllt – frostfrei in 1,5 m bis 2 m Tiefe im Erdreich liegen. Die Flüssigkeit in den Rohren ¸übernimmt dort die Temperatur des Bodens von etwa 2ƒC bis 6ƒC. Eine Umwälzpumpe sorgt dafür, dass sich die Flüssigkeit bewegt.
In einem Wärmetauscher (auf der Zeichnung rechts), der in der Heizanlage im Keller des Hauses seinen Platz hat, kommt Kreislauf 1 mit Kreislauf 2 in Berührung.

Im Kreislauf 2 befindet sich eine Flüssigkeit, die bereits bei sehr niedrigen Temperaturen, nämlich bei –7ƒC, zu sieden beginnt. Das dafür früher verwendete FCKW ersetzen die Hersteller heute vielfach durch Propan.
Im Wärmetauscher reicht schon die geringe Temperatur von Kreislauf 1 aus,
um die Ölflüssigkeit in Kreislauf 2 zum Sieden und Verdampfen zu bringen.
Deshalb heißt dieser Wärmetauscher auch Verdampfer. Das heiße Propangas gelangt nun in einen mit Strom betriebenen Verdichter, der die Temperatur entscheidend erhöht. In einem zweiten Wärmetauscher (in der Zeichnung links) ber¸hren sich nun Kreislauf 2 und Kreislauf 3.

Im Kreislauf 3 flieþt das Heizwasser, das der zweite Wärmetauscher durch die hohe Temperatur von Kreislauf 2 auf etwa 35ƒC bis 45ƒC erwärmt. Eine Umlaufpumpe sorgt für den Fluss des Heizwassers.
Das Propangas kühlt hier ab und verflüssigt sich, weshalb dieser Wärmetauscher auch Verflüssiger heißt. Die Zeichnung auf der rechten Seite oben veranschaulicht die Arbeitsweise der Wärmepumpe.

Am wirkungsvollsten lässt sich die Wärmepumpe für die Fussbodenheizung einsetzen, weil hier 35°;C bis 45°C in den Heizschlangen reichen, um einen Raum auf behagliche 20°C bis 25°C zu bringen.

Mit einer Wärmepumpe brauchen Sie sich nicht mehr um jährliche Heizvorräte zu kümmern, aber es entstehen immer Stromkosten für den Betrieb der Wärmepumpe.

Modellhaus

Das zweigeschossige, voll unterkellerte Einfamilienhaus mit 108 qm Wohnfläche steht als Modell für die Kostenberechnung der Heizungsanlage in der Übersicht rechts. Der beheizte Rauminhalt beträgt bei diesem Haus zirka 489 Kubikmeter. Es handelt sich um das Hebel-Haus Terra 108 aus Porenbeton

Obergeschoß mit Schlafraum, 2 Kinderzimmern und Bad

Erdgeschoß mit Wohnraum, Küche, Diele und WC

Kellergeschoß mit 70,43 qm Fläche

 
Was eine solche Heizung für unser obiges Modellhaus kostet, haben wir in der folgenden Übersicht dargestellt.

Warmes Wasser für Küche und Bad brauchen Sie auch

Heizungen im Kostenvergleich

Vorräte haben ein Ende

Dr. Karl Hiller, Referatsleiter bei der Bundesanstalt für Goewissenschaften und Rohstoffe in Hannover, erläutert, wie lange Erdöl und Erdgas noch reichen

Fossile Brennstoffe, dazu gehören auch Öl und Gas, sind nicht unbegrenzt vorhanden. In zirka 15–20 Jahren sind die derzeitig bekannten und möglichen Erdölvorräte zur Hälfte erschöpft. Danach setzt ein Förderrückgang ein, und ein Preisanstieg ist wahrscheinlich.

Um die Nachfrage auch in weiterer Zukunft befriedigen zu können, werden vermehrt auch nichtkonventionelle Ölvorkommen, z.B. ÷lsande in Kanada, im größeren Stil abgebaut werden.

Viel günstiger sieht es bei Erdgas aus. Hier reichen die Vorräte zirka 30–40 Jahre länger als bei Öl.

 

Adressen Für Wärmepumpen erhalten Sie vom Staat für jedes Kilowatt installierter Heizleistung 300 DM Fördermittel. Für Solarkollektoren gibt es ab 3 qm Solarfläche 1500 DM.

Anträge können Sie beim Bundesamt für Wirtschaft, BWA, Frankfurter Strasse 29–31, 65760 Eschborn, Tel: 06196–4040, schriftlich stellen.

Informationen über Fördermittel erhalten Sie beim Initiativkreis Wärmepumpe, Elisabethstrasse 34, 80796 München, Tel: 089–271 30 21, und beim IWZ Fachinformations-
zentrum Karlsruhe, PF 2465, 76012 Karlsruhe, Tel: 07247–80 80